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| Der schwere Abschied von vierbeinigen Hausgenossen |
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| 20.09.2020 / SonntagsBlatt | |
| Kategorie: Tagespresse | |
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Inhalt: Tierbestattungen sind noch nicht üblich, werden aber immer öfter gewünscht Beim Sommerfest des Tierschutzvereins am Tierheim in der Schwelmer Straße sorgte er für Aufmerksamkeit. Ein Tierbestatter aus Wermelskirchen stellte sich vor. Diskret am Rande des Geschehens hatter er ein kleines Zelt aufgebaut und klärte Interessenten über seinen Beruf und seine Dienstleistung auf. Tiere sind als Begleiter des Menschen und Mitbewohner der Räume ihren Haltern zumeist ans Herz gewachsen. Der Mensch hat auf Grund seiner hoheren Lebenserwartung die Chance, sein Lieblingstier zu überleben. Doch wenn es nun stirbt? Für manchen ist die Vorstellung vom Ableben eines liebgewonnenen Hundes, einer Katze oder eines Kaninchens eine Horrorvision. Die wird verdrängt, weil es die wenigsten wahr haben wollen, dass sie sich von ihrem jahrelangen treuen Begleiter eines Tages trennen müssen. Dazu kommen dann obendrein noch die Erzählungen über Abdeckereien, in denen das tote Tier zum Objekt wird. Wohin soll dann der Mensch mit seiner Trauer? In diese Lücke stieß Andreas Hohmeier aus Wermelskirchen Dabringhausen. Er betreibt dort sein Tierbestattungsunternehmen "Vergissmeinnicht". Im ganzen Bergischen Land und im Oberbergischen, im Sieger- und im Sauerland sitzt seine Klientel - sowohl auf dem Land als auch in Großstädten. Früher gab es nur die Möglichkeit, die sterblichen Überreste des liebgewonnenen Tiers im eigenen Garten zu begraben. Aber die Gelegenheit hatte nur, wer ein eigenes Haus mit GArten besaß. Jetzt sind auch Feuerbestattungen möglich. Hohmeier bietet sie in Zusammenarbeit mit einem speziellen Tierkrematorium im westfälischen Raum an. Klar, dass dazu eine gewisser Aufwand erforderlich wird, aber dies ist eine legale und zugleich pietätvolle Möglichkeit, bei der man wie bei Humanbestattungen ganz klar weiß, was mit den toten Körpern geschieht. Die erste Voraussetzung für ein würdevolles Abschiednehmen vom Tier schafft der Unternehmer durch den Einsatz eines speziellen Bestattungsfahrzeuges. Im Körbchen oder auf der Bahre wird das Tier zu Hause oder beim Tierarzt abgeholt und zum Tierkrematorium verbracht. In der Regel kann der Tierbestatter dort eine Woche später die Asche in Empfang nehmen. Sie ist dann in einem verplombten Beutel verpackt und wird dem Tierhalter in der Regel in einer kleinen Urne übergeben. Es kann je nach Wunsch eine schlichte Holzurne sein, aber auch eine aus keramischem Material. Je nach Geschmack sind schwarze oder auch helle Farben möglich. Die Form einer Vase, eines Herzens oder einer Pyramide werden angeboten, aber auch Dekors. Wer nie ein Tier besaß oder keine Beziehung zu Tieren hat, kann all das nicht nachvollziehen. Der trauernde Halter jedoch wird auf diese Weise mit seiner Trauer nicht allein gelassen. Manche Halter bewahren die Urne im Schrank auf, andere finden ein Plätzchen im eigenen Garten. Auch da hilft auf Wunsch der Tierbestatter. Eine weitere Möglichkeit ist es, die Asche auf einer dafür vorgesehenen Wiese neben dem Haustierkrematorium ausstreuen zu lassen. In jedem Fall weiß der trauernde Halter jedoch, was mit seinem Liebling geschehen ist. Drückende Ungewissheit entfällt. "Das ist für mich beruhigend", sagt so mancher Halter, wenn er über den Ablauf unterrichtet worden ist. Viele Tierbesitzer lassen sich heutzutage schon im Vorfeld informieren. "Das gibt es ja auch!", lautet die erstaunte Resonanz mancher Interessenten, die Hohmeier aufsuchen, um mehr über diese neue Art der Tierbestattung zu hören. Das Versprechen "wir begleiten ihren Freund auf dem letzten Weg" gibt einfach Trost. Wer über Tiere aus dem menschlichen Lebensbereich spricht, muss zwischen Heim- und Haustieren unterscheiden. Zu Ersteren zählen Hunde und Katzen, Meerschweinchen und Papageien, aber auch Kaninchen und andere Nager. Huftiere dagegen sind Nutztiere, die zu den Haustierenzählen. Ziegen und Pferde gehören in diese Kategorie und dürfen nicht eingeäschert werden. Auf seiner Homepage informiert "Vergissmeinnicht" ausführlich über Details. "Jedes uns anvertraute Tier erhält von uns eine unverwechselbare Begleitnummer. Bis zur Überführung oder Bestattung wird ihr Tier in einem speziellen Kühlraum aufbewahrt. Bei gewünschter Einzeleinäscherung setzen wir uns nach Rückführung der Asche mit Ihnen in Verbindung", ist dort nachzulesen. Immer mehr Tierhalter nehmen die Dienstleistung in Anspruch. Eine Lücke ist damit geschlossen. |
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